Koordinierungsstelle

Thüringenweite Koordinierungs-, Vernetzungs- und Beratungsstelle für Fachkräfte für geflüchtete Frauen* im Kontext häuslicher Gewalt

Mindestens jede vierte Frau* in Deutschland hat bereits körperliche oder sexualisierte Übergriffe durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner* erlebt (Schröttle/Müller 2004). Geflüchtete Frauen* gehören aufgrund der massiven Gewalterfahrungen, die vor und während der Flucht durchlebt worden sein können und den besonderen Lebens- und Abhängigkeitssituationen zu einer besonders vulnerablen Gruppe. Die Schutzmaßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz oder die Inanspruchnahme von anderen Unterstützungs- und Hilfsangeboten wie z.B. Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen können, wenn diese den Frauen* überhaupt bekannt sind, während des Asylverfahrens nur unzureichend in Anspruch genommen werden.

Die Angebote sind oftmals nicht ausreichend auf die Bedürfnisse und Problemlagen von geflüchteten Frauen* ausgerichtet. Es fehlt z.B. an mehrsprachigen Mitarbeiter*innen und Informationsmaterial. Die bürokratischen Hürden wie fehlende Kostenzusage durch die Sozialämter oder andere Kostenträger*innen und die Wohnsitzauflage erschweren die Inanspruchnahme zusätzlich.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Jenaer Frauenhaus e.V. durchgeführt und gliedert sich in folgende Bereiche: Verbesserung des Zugangs zu Beratungs- und Schutzangeboten für Frauen* mit Flucht- und Gewalterfahrungen, Qualifizierung und Begleitung der Mitarbeiter*innen der Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen und deren Beratungsstellen, Vernetzung der Akteur*innen, Öffentlichkeitsarbeit.

Ansprechpartner*innen

Sie erreichen uns zu folgenden Sprechzeiten:
Dienstag: 09:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag: 13:00 – 16:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung.

Projektkoordination:
Marie Günther (Dipl.Sozialarb./Sozialpäd.)

Projektmitarbeiter*:
Marvin Scheler

Kontakt:
Mobil: 0151 561 163 22
E-Mail: ProtectionAgainstViolence@refugio-thueringen.de

Dieses Projekt wird gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Fond für Dolmetscherleistungen

Um eine individuelle Beratung und Begleitung von geflüchteten Frauen* in Gewaltbeziehungen gewährleisten zu können wird u.a. ein Fond zur Kostenübernahme von Übersetzungsleistungen zur Verfügung gestellt. Diese Gelder werden nach dem Prinzip der Nachrangigkeit verteilt. Eine Voraussetzung ist die Überprüfung der Kostenübernahme durch den/ die zuständigen Kostenträger*innen. Erst wenn diese die Kostenübernahme verwehren, kann eine Kostenübernahme für Übersetzungsleistungen in folgende Bereiche gewährt werden:

Vorbereitung und Begleitung:

  • bei ärztlicher Notfallversorgung im Kontext häuslicher Gewalt
  • bei Terminen bei Anwält*innen
  • bei Beratungen
  • bei den entsprechenden Fachberatungsstellen

Die schriftliche Beantragung muss mittels des Vordrucks erfolgen. Bei Rückfragen zur Beantragung der Kostenübernahme für die Übersetzungsleistung und Abrechnung können Sie sich gern per E-Mail oder innerhalb der Sprechzeiten an uns wenden.

Der Fond stellt eine wichtige Grundlage zur Verbesserung der Strukturen in Thüringen dar, da es derzeit keine verbindlichen Regelungen zur Kostenübernahme gibt. Beratung und Schutz von geflüchteten Frauen* in Gewaltbeziehungen dürfen nicht aufgrund von sprachlichen Barrieren oder der fehlenden Kostenzusagen der Kostenträger*in verwehrt werden.

Mehrsprachige Flyer

Hier finden Sie unsere Flyer „Unterstützung bei häuslicher Gewalt“ in 12 Sprachen. Diese klären über Unterstützungsangebote bei häuslicher Gewalt, sowie über Frauenhäuser generell auf. Bei Bedarf können Sie diese gerne weitergeben.