Kunsttherapie

Flüchtlingskinder haben sehr häufig traumatische Erfahrungen von Krieg, Flucht und Menschenrechtsverletzungen gemacht. In Deutschland angekommen, sind sie mit ihrer Trauer und ihren Ängsten oft allein gelassen und leben isoliert unter sehr eingeschränkten Lebensbedingungen. Ihre Eltern, die häufig selbst traumatisiert sind, können ihnen oft nur unzureichende Hilfe anbieten. Neben den Folgewirkungen ihrer traumatischen Erlebnisse sind Flüchtlingskinder zusätzlich konfrontiert mit einer fremden Umgebung, einer anderen Lebensart und einer Sprache, in der sie sich nicht verständigen können. Sie können die Lern- und Verhaltensanforderungen im Schul- und Erziehungssystem oft nicht erfüllen und geraten ins gesellschaftliche Abseits.

Vor diesem Hintergrund liegt es nun nah, ein spezifisches Angebot für traumatisierte Flüchtlingskinder zu entwickeln. Da Kinder sich mit gestalterischen Medien oft besser ausdrücken können als mit Worten, ist ein kunsttherapeutisches Angebot besonders gut geeignet. Durch die Kunsttherapiegruppen haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit ihren Erlebnissen nicht als vereinzelt, sondern im sozialen Umfeld mit anderen Kindern zu erleben, denen ähnliches zugestoßen ist. Dies bedeutet für die Kinder oft eine sehr große Entlastung.

Die heilsamen Wirkungen dieser Arbeit zeigen sich im Alltagsleben der Flüchtlingskinder sehr deutlich:

  • Ihr Selbstwertgefühl nimmt zu.
  • Sie zeigen sich offener für soziale Kontakte und knüpfen innerhalb der Gruppe Freundschaften.
  • Sie können wieder Freude erleben und lachen.
  • Sie entdecken ihre eigenen Ressourcen neu und erleben sich nicht mehr nur als „Opfer“ sondern als „Gestalter“.
  • Die Konzentrations- und Lernfähigkeit in der Schule nimmt zu.

 

Momentan finden regelmäßig folgende Kunsttherapiegruppen statt:

Kunsttherapeutin: Doreen Meyer
kunsttherapie@refugio-thueringen.de

Lobdeburgschule (Jena)
In enger Abstimmung mit der Kindersprachbrücke Jena e.V. findet seit 2016 eine Gruppe an der Lobdeburgschule in Jena statt, welche vom Lionsclub Jena und der Heidehofstiftung finanziell ermöglicht wurde.

Saaletalschule (Jena) 
Seit Januar 2017 werden die Gruppen dank der Förderung durch Save the Children und das das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht.

Thomas-Mann-Schule (Erfurt)
Seit Januar 2017 werden die Gruppen dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht.

 

 

Kunsttherapeut: Enrico Leimer
koordination@refugio-thueringen.de

Atelier Leimer
Seit Januar 2017 werden die Gruppen dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht. Ab August 2017 übernimmt terres des hommes die Finanzierung dieses kunsttherapeutischen Angebots.

 

Copyright:  © corinna roßbach/ save the children