Zum WELTTAG DER SUIZIDPRÄVENTION möchten wir auf ein Thema aufmerksam machen, was in der Gesellschaft weitestgehend verdrängt wird oder als Tabu gilt.

Erstmals wurde dieser Tag am 10.09.2003 von der International Association for Suizide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen.

Weltweit, so schätzt die WHO, nehmen sich jährlich ca. 800’000 Menschen das Leben.

Das bedeutet: ein Mensch stirbt alle 40 Sekunden durch einen Suizid.

Allein in Deutschland sind es mehr als 9000 Menschen pro Jahr.

Die Zahl der Suizidversuche ist noch viel höher. Es wird von 25 Versuchen auf einen Suizid ausgegangen. 135 hinterbliebene Menschen sind durch einen Suizid betroffen, das sind 108 Millionen Menschen weltweit.

Der Suizid ist das Resultat aus dem Zusammentreffen verschiedener Risikofaktoren (diese schließen genetische, psychologische, soziale, kulturelle Risikofaktoren ein, sind aber nicht darauf beschränkt). Diese Risikofaktoren können mit traumatischen Erfahrungen und Verlusterfahrungen einhergehen.

Eine besonders vulnerable Gruppe sind geflüchtete Menschen mit Trauma-, Verlust- oder Foltererfahrung. Ein Teil davon findet psychosoziale Unterstützung bei REFUGIO Thüringen.

Im Rahmen der Betreuung in unserem Psychosozialen Zentrum wurde 2018 bei 174 Klient*innen eine Post-Traumatische Belastungsstörung (PTSD) diagnostiziert. In 182 Fällen wurden Depressionen festgestellt und 70 Klient*innen wurde eine Angststörung bescheinigt. Häufig traten auch Anpassungs-, dissoziative und somatoforme Störungen auf.

Dabei hegten in 70 Fällen unserer Klient*innen suizidale Gedanken. In 24 Fällen äußerten sie suizidale Absichten. In 9 Fällen ist bereits ein Suizidversuch in der Vergangenheit unternommen worden.