Camp Moria auf Lesbos niedergebrannt – Wir fordern: Evakuierung Jetzt! – Bund muss Blockade endlich beenden

In der Nacht von Dienstag, den 08.09.2020 auf Mittwoch, den 09.09.2020 ist das Camp Moria auf Lesbos, in dem 12.000 Menschen seit vielen Monaten und teilweise Jahren untergebracht waren, völlig niedergebrannt. Bereits vor einigen Wochen hatte sich die Thüringer Landesregierung für eine Aufnahme von Menschen auf der Flucht, welche aktuell auf den griechischen Inseln gestrandet sind, ausgesprochen. Die Initiative der rot-rot-grünen Koalition, die wir sehr begrüßen,  wurde jedoch durch das Bundesinnenministerium unter Minister Seehofer Anfang August blockiert. Auch andere Bundesländer hatten bereits ihre Aufnahmebereitschaft als humanitären Akt angezeigt.

Die Elendscamps an den europäischen Außengrenzen, in welchen Menschen unter katastrophalen Umständen ausharren, müssen vollständig evakuiert werden. Unter den Geflüchteten befindet sich ein Großteil von Personen mit besonderen Schutzbedarfen wie Kinder und Jugendliche, schwangere Frauen, Menschen mit Behinderung oder aber schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen. In den Camps mangelt es an ausreichend Infrastruktur zur Versorgung dieser Menschen. Zudem hat in den letzten Tagen die Verbreitung des Corona Virus stark zugenommen und die körperliche Gesundheit  vielzähliger Menschen ist durch den mangelhaften Zugang zu Wasser und Seife auch dadurch stark bedroht! Hier in Thüringen gibt es die Möglichkeit, einen Teil zur Unterstützung dieser besonders vulnerablen Personengruppen, z.B. durch die Betreuung im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge, beizutragen.

Susanne Burckhardt von REFUGIO Thüringen: „Ich selbst war im Jahr 2016 einige Wochen auf der Insel, schon damals waren die Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort unerträglich, das Camp mit einer eigentlichen Kapazität von rund 2500 Plätzen, maßlos überfüllt. Dass die Situation auf der Insel eskaliert, war nur eine Frage der Zeit und kündigte sich seit langer Zeit an. Wie es vielen der, ohnehin schon oft schwer traumatisierten, Menschen jetzt geht, welche ihre Heimatländer aus Furcht vor Folter, Verfolgung und Tod verlassen mussten, traue ich mir kaum vorzustellen.“

Wir fordern eine sofortige Umsetzung der Thüringer Initiative durch das Bundesinnenministerium sowie eine Evakuierung der Menschen von der griechischen Inseln in die EU. Thüringen hat seine Aufnahmebereitschaft offen kundgetan. Wir begrüßen die Aussage des Migrationsministers Adams, „Thüringen wolle schnell und unkompliziert helfen“ – nun braucht es umgehend die Zustimmung auf Bundesebene.