Der Tag der Sprachen am 26.09. ist eine Initiative des Europarates. Zunächst soll damit auf Europas reiche sprachliche und kulturelle Vielfalt aufmerksam gemacht werden. Diese Sprachenvielfalt sollte aufrechterhalten und gefördert werden. An diesem Tag geht es aber auch um Mehrsprachigkeit und interkulturelles Verständnis. Der Europäische Tag der Sprachen ist eine Gelegenheit, alle in Europa gesprochenen Sprachen zu feiern, darunter auch weniger weit verbreitete Minderheitensprachen und von Migrant*innen benutzte.

Europa ist ein toller Ort, um neue Sprachen zu lernen. Es gibt verschiedene Sprachgemeinschaften und vielfältige Kulturen, die hier zusammenleben. Der Europäische Tag der Sprachen ist also auch ein Aufruf dazu, selbst eine neue Sprache zu lernen und damit den eigenen Horizont zu erweitern. Denn eine neue Sprache zu lernen, bedeutet auch andere Sicht- und Denkweisen kennenzulernen.

Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ wusste vor 200 Jahren schon der Gelehrte Wilhelm von Humboldt. Und diese Aussage ist heute genauso aktuell wie damals.

Die Deutsche Sprache zu lernen, wird oft als sehr schwierig empfunden. Es dauert lange bis man sich gut in der fremden Sprache ausdrücken und verständigen kann. Wenn man nach Deutschland flieht, kommen oft noch andere Faktoren dazu, die das Erlernen einer neuen Sprache erschweren. Es ist nicht nur die Sprache die fremd ist, sondern die ganze Kultur und Gesellschaft. Man muss sich darin zurechtfinden und hat oft ganz viele andere Schwierigkeiten zu bewältigen. Hinzu kommt, dass das Erlebte in der alten Heimat oder auf der Flucht die Menschen so stark belasten kann, dass das Lernen und Konzentrieren im Allgemeinen stark beeinträchtigt ist.

Viele Menschen, die zu REFUGIO Thüringen kommen, haben also diesen Schlüssel zur ‚neuen‘ Welt nicht oder noch nicht. Aber auch für unsere Arbeit ist die Sprache der Schlüssel. Worüber wir hier sprechen, ist oft sehr komplex oder emotional. Wir wollen unseren Klient*innen ermöglichen, ihre Gedanken, Gefühle und Probleme in ihrer Muttersprache auszudrücken. Wir arbeiten daher mit geschulten Dolmetscher*innen. Diese können uns nicht nur die Sprache, sondern oft auch kulturelle Besonderheiten vermitteln – sie sind also Kultur- und Sprachmittler*innen und damit ganz entscheidend für unsere Arbeit. Daher wollen wir an diesem Tag der Sprachen auch ganz herzlich DANKE sagen an unsere vielen ehrenamtlichen Dolmetscher*innen, ohne die unsere Arbeit gar nicht möglich wäre. Sie können für unsere Klient*innen Türen öffnen, die bis dahin noch verschlossen waren.