Aufgrund von negativen Fördermittelbescheiden und verspäteten Finanzierungszusagen für das laufende Jahr gibt es weiterhin nur geringe Kapazitäten für die Angebote des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge: Die Mitarbeiter*innen bei REFUGIO Thüringen sind seit Januar 2018 mit verkürzter Arbeitszeit angestellt, der Vertrag der ärztlichen Mitarbeiterin konnte nicht verlängert werden und vakante Stellen für Therapeut*innen können in diesem Jahr nicht mehr besetzt werden.

Die mehr als 350 dringend behandlungsbedürftigen Personen auf unserer Warteliste können zum Großteil in diesem Jahr nicht zu einem Erstgespräch eingeladen werden. Wir wissen um die Not vieler Klient*innen und können jedoch, aufgrund der fehlenden finanziellen Unterstützung, nur wenigen helfen. Wir sehen uns gezwungen, ab sofort einen Aufnahmestopp zu verhängen. Anmeldungen nehmen wir weiter entgegen, um den Bedarf für Therapieplätze zu erheben und an die verantwortlichen Entscheidungsträger*innen in Thüringen weiterzuleiten.

Als projektfinanzierter, gemeinnütziger Verein sind wir auf die Zusagen von staatlichen Fördermittelgebern, gemeinnützigen Stiftungen und Vereinen sowie auf private Spender*innen angewiesen, um traumaspezifische Psychotherapie, psychosoziale Beratung, Kunsttherapie für Kinder und Körpertherapie kostenfrei sowie dolmetschergestützt anbieten zu können. Auch die Organisation von Schulungen, Workshops und Veranstaltungen wird über Projekte realisiert.

Jedes Jahr müssen wir finanziell von vorn beginnen und wissen, wie auch in diesem Jahr, bis mindestens zur Mitte des Jahres nicht, wie viele Gelder uns zugewiesen werden. Wir arbeiten für und mit den Klient*innen damit in der Regel unter höchstem finanziellem Risiko und ohne offizielle Zusagen.

Wir bitten um Verständnis für die aktuelle Situation und hoffen auch in Zukunft auf Ihre und eure Unterstützung.

Wir bemühen uns nach Kräften, der riesigen Aufgabe zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten in Thüringen nachzukommen.