Am 25.9.2018 fand auf Einladung von REFUGIO Thüringen ein Runder Tisch zum Thema „Gesundheit – Basis für Integration, Bildung und Ausbildung“ in Jena statt, an dem Vertreter*innen von Behörden, Ämtern und der Stadtratsfraktionen teilnahmen. In Jena finden Geflüchtete Schutz, die in ihren Herkunftsländern Opfer von schwerer Gewalt, von Folter oder anderen Menschenrechtsverletzungen geworden sind. Viele der Menschen, die hier ankommen, leiden an schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen und benötigen dringend Hilfe.
Bislang stoßen diese Menschen – auch wenn sie schwer traumatisiert sind – in unserem Gesundheitssystem auf enorme Barrieren. Allein im letzten Jahr wurden 118 Menschen mit Wohnsitz Jena im Psychosozialen Zentrum behandelt. Aktuell werden 84 Personen betreut, 80 befinden sich auf der Warteliste des Zentrums. Anfragen von Fachkräften, Betreuer*innen, Ehrenamtlichen und Geflüchteten zeigen, dass aufgrund von Belastungen und Erkrankungen ein Neubeginn in Jena schwer fällt. Gemeinsam mit Vertreter*innen des Jobcenters, der Arbeitsagentur, der Jugendgerichtshilfe, des Sozialpsychiatrischen Dienstes sowie Vertreter*innen der Grünen und Bürger für Jena diskutierten die Mitarbeiter*innen von REFUGIO Thüringen über Barrieren, Probleme und Möglichkeiten der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten in Jena.
Gemeinsam wurde ausgelotet, welche Zielgruppen spezifische Bedarfe aufweisen, wie die Vermittlung zu Facheinrichtungen funktioniert und wo Projekte und Leistungen auf kommunaler Ebene möglich wären. Die sprachlichen und kulturellen Hürden, einen therapeutischen Behandlungsbedarf zu äußern und strukturelle Hindernisse bei der Suche nach Behandler*innen machen es in vielen Fällen schwierig, den Weg in eine geregelte Arbeit, die Fortführung eines Sprachkurses oder die Ausbildung zu gewährleisten. Hier bedarf es einer engen Zusammenarbeit von kommunalen Stellen und Organisationen wie REFUGIO Thüringen, die zur Verbesserung der Situation von Geflüchteten in Jena beitragen können, so der Tenor der Diskussion. Einig war man sich darin, neue Wege der Kooperation auszuloten und gemeinsam im Gespräch zu bleiben, was die Herausforderungen auf dem Gebiet der psychosozialen Versorgung in Jena angeht.