Gesundheit ist Menschenrecht.
Deutschland verpflichtet sich im Rahmen internationaler Verträge, Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen angemessen zu versorgen. Die Thüringer Landesregierung hat sich mit dem Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, die psychosoziale therapeutische Behandlung von Geflüchteten bedarfsgerecht sicherzustellen.

Die Not ist groß.
Gerade geflüchtete Kinder und Jugendliche leiden unter den Folgen des Erlebten. Viele Geflüchtete bleiben mit ihren psychischen Belastungen, Traumafolgestörungen und Krisen allein. Psychische Gesundheit ist grundlegend für Integration: Belastete oder chronisch kranke Menschen können ohne professionelle Hilfe weder Sprachkurs noch Schule oder Arbeitssuche meistern.

Aufnahmestopp im einzigen Psychosozialen Zentrum!
Viele Betroffene müssen trotz dringenden Behandlungsbedarfs auch im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge, REFUGIO Thüringen, abgewiesen werden. Im Juni 2018 musste aufgrund der Finanzierungsunsicherheit für den Verein ein Aufnahmestopp verhängt werden – obwohl mehr als 350 dringend behandlungsbedürftige Personen auf der Warteliste des Zentrums stehen.

Keine Alternativen, kein Ausweg.
Betroffene und ihre Unterstützer*innen befinden sich in einer prekären und ausweglosen Situation. REFUGIO Thüringen kann die vielen hilfesuchenden Geflüchteten nicht psychotherapeutisch betreuen, andere Anlaufstellen gibt es nicht. Oft sind niedergelassene Therapeut*innen mit den Anfragen überlastet und nicht für die Versorgung der besonderen Patientengruppe spezialisiert.

Therapie vor dem Aus?
Es bedarf ausreichender Kapazitäten, um den Betroffenen zu helfen. Es braucht dringend eine nachhaltige Finanzierung des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge. Die Landesförderung der Psychotherapie bei REFUGIO steht vor dem Aus. Die Folgen sind für die Betroffenen katastrophal.

Wir fordern die Landesregierung auf, sich für eine dauerhafte Sicherstellung der psychosozialen Versorgung im Freistaat einzusetzen. Das einzige Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge in Thüringen muss schnellstmöglich unbürokratisch beim Erhalt der therapeutischen Angebote und deren Ausbau unterstützt werden!

Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V.
Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V.
Bürgerstiftung ZwischenRAUM, Jena
Diakonat im Kirchenkreis Altenburger Land
Diakonie Mitteldeutschland
Diakoniewerk Gotha gGmbH
Diako Thüringen gGmbH
Dr. Christian Scheibenhof, Rechtsanwalt, Erfurt
ezra – Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen
Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
Frauenhaus & Frauenberatung, Evangelische Stadtmission & Gemeindedienst Erfurt gGmbH
Frauenzentrum TOWANDA Jena e.V.
Frauen- und Familienzentrum Erfurt e.V.
Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement gGmbH, Erfurt
Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Jena
Jenaer Frauenhaus e.V.

Kindersprachbrücke Jena e.V.
Koordinierungs- und Kontaktstelle Jena
Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V.
Landesfrauenrat Thüringen e.V.
MitMenschen Soziale Dienste gGmbH, Erfurt
MOBIT e.V. – Mobile Beratung in Thüringen
pro familia Landesverband Thüringen e.V.
Refugee Law Clinic Jena e.V.
Sprachcafé Erfurt
Thomas Ludewig, Rechtsanwalt, Leinefelde-Worbis
Thüringer Ökoherz e.V.

Sie finden den Aufruf als Online-Petition zum Mitzeichnen auch unter: https://www.openpetition.de/petition/online/therapie-fuer-gefluechtete-in-thueringen-sichern